„Ohne Chemie geht gar nichts!“ Julia und ein Megaphon mit Blättern

„Ohne Chemie geht gar nichts!“

„Chemie gehört zu unserem Leben. Ohne sie hätten wir kaum etwas anzuziehen und würden uns wohl auch wenig fortbewegen können.“ Dass Chemie und Nachhaltigkeit zusammenpassen, ist für Julia längst eine Selbstverständlichkeit. Im dualen Studium hat sie beim Farben- und Fassadenspezialisten Sto selbst aktiv an Umwelt- und Sozialprojekten teilgenommen. Heute sorgt sie dafür, dass für Azubis und Studierende Umwelt- und Ressourcenschutz zu wichtigen Meilensteinen ihrer beruflichen Entwicklung werden.



Dein Projekt bist du


„Über den Tellerrand schauen.“
Ausbildung – Ab hier beginnt der Abschnitt Ausbildung

Im Ausland Erfahrungen sammeln

Als Julia noch selbst BWL-Industrie studierte, waren Auslandsaufenthalte im Studium noch die Ausnahme. Heute sind sie für dual Studierende selbstverständlich. „Die Welt ist kleiner geworden, die Möglichkeiten darin aber viel größer“, sagt die Ausbildungsverantwortliche. „Wer die Welt kennt, weiß sie auch besser zu schätzen. Das ist am Ende gut für den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und sensiblen Ökosystemen“, meint Julia. „Da macht die Arbeit gleich noch mehr Spaß.“


 

 

Duales Studium BWL Fachrichtung Industrie

Die Industrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Im Mittelpunkt steht hier die Produktion von Waren und Gütern, die einem überall im Leben begegnen. Das duale Studium BWL-Industrie deckt alle Bereiche ab, die für diesen Wirtschaftszweig wichtig sind. Es dauert drei Jahre und ist eine Kombination von Studium an einer Hochschule und praktischem Arbeiten in einem Unternehmen. Oft werden die beiden Phasen in Blöcken absolviert. Das akademische Wissen kann also sofort angewendet werden.
Als schulischen Abschluss musst du ein (Fach-)Abitur mitbringen. Neben Interesse an Computern solltest du dich auch für Physik und Mathematik begeistern können. Wichtig sind auch Sprachkenntnisse. Vor allem Englisch solltest du beherrschen, da die meisten Programmiersprachen und IT-Systeme darauf basieren.

Das Ausbildungsgehalt im dualen Studium BWL-Industrie beträgt:

  • 1. Ausbildungsjahr: 650–800 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 800–950 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 950–1.100 Euro

Je nach Branche, Unternehmensgröße und Region liegt das Einstiegsgehalt für Studienabsolvent*innen zwischen 1.300 und 2.500 Euro brutto pro Monat. Mit etwas Erfahrung sind später Brutto-Monatsgehälter von bis zu über 6.000 Euro möglich.

Bei der Herstellung von Farben und dämmenden Fassaden wird der Verzicht auf Schadstoffe immer wichtiger. Zum einen, weil die gesetzlichen Vorgaben strenger werden, und zum anderen, weil immer mehr umweltbewusste Kund*innen Wert darauf legen. Und nicht zuletzt bedeuten schadstofffreie Produkte gesündere Arbeitsplätze in der Produktion.


Verschmutzte Platte mit bionischem Anstrick. Schon ein Tropen Wasser entfernt allen Schmutz

Du willst mehr über grüne Berufe mit bionischen Vorbildern wissen? Dann check doch mal ab, was Patrick mit der Michelangelo Hand zu tun hat oder warum Heinrich vom Nebeltrinker-Käfer fasziniert ist.

Azubis mit grünen Jobs
Greening – Ab hier beginnt der Abschnitt Greening

Dreck, der einfach abperlt

Häuser, die sich selbst reinigen – sie sind kein Traum mehr. Selbstreinigende Fassadenfarben mit dem Lotuseffekt sorgen dafür, dass Schmutz mit dem Regen von den Außenwänden abperlt. Der Befall der Fassaden mit Algen oder Pilzen wird durch die Bionik-Farbe Lotusan von Sto nachhaltig gehemmt. Dadurch können Hausbesitzer*innen länger mit einem Neuanstrich warten – und sparen Kosten. Zudem wird bei der Fassadenfarbe komplett auf giftige Biozide verzichtet.


Läuft und läuft und läuft

„Die Natur macht uns vor, wie wir sie schützen können. Wir müssen nur genau hinsehen.“


Der Lotuseffekt ist eine jahrtausendealte Erfindung der Natur. Die Blätter der Lotuspflanze sind nach jedem Regen sofort wieder sauber und trocken, der Schmutz perlt einfach mit dem Regen ab. Und das nicht, weil die Oberfläche einfach nur glatt oder mit einem giftigen Film überzogen wäre – im Gegenteil: Die extrem raue Oberflächenstruktur in Verbindung mit stark wasserabweisenden Eigenschaften ist die Ursache dieses erstaunlichen Vorgangs. Dieser selbstreinigende Effekt konnte mithilfe der Bionik erstmals auf Fassadenbeschichtungen übertragen werden.


 
BWL-Industrie hat Schnittstellen zu allen Bereichen der industriellen Produktionsprozesse. Der entsprechend geschulte Blick über den Tellerrand der einzelnen Fachexpert*innen hilft den Absolvent*innen, das große Ganze nie aus dem Auge zu verlieren. Das hilft ihnen, bei der Neugestaltung von Produkten und Herstellungsprozessen immer auch Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes berücksichtigen zu können.

Greening“ in Jobs ist immer möglich. Es kommt nur darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Muss das Licht auf der Toilette wirklich brennen, auch wenn keiner drin ist?

Du willst es doch auch! Hier bist du #ImGrünenBereich
Bionik – Ab hier beginnt der Abschnitt Bionik
„Es gibt nicht die ‚gute Natur‘ und die ‚böse Technik‘ – Bionik verbindet beides zu einer guten Zukunft.“
 

Der Lotuseffekt bietet ungeheuer viele Möglichkeiten: Das fängt bei Farben und Putz an und reicht bis zur Beschichtung von Dächern oder Textilien. Die Techniker*innen und Entwickler*innen bewegen sich dabei übrigens in einer guten Tradition: Seit über 2000 Jahren gilt die Lotuspflanze im asiatischen Raum als das Symbol der Reinheit schlechthin.



Lernen fürs Leben


  • Julia zeigt der Auszubildenden Melanie verschiedene Farb- und Fassadenvarianten die ihr Arbeitgeber, der Farbspezialist Sto, produziert. Auch das gehört zum Dualen Studium

    Ein duales Studium BWL-Industrie ist absolut vielseitig. Kaufmännische Betriebsführung gehört genauso dazu wie umfassende Kenntnisse über Produkte, Produktionsprozesse, Vertrieb und Vermarktung. Für Julia (links) liegt darin der besondere Reiz der Ausbildung.

  • Die Hände von Julia und Melanie „fühlen“ einen Fassadenbelag. Als Betriebswirtinnen müssen sie wissen, was ein Material zu leisten vermag

    Um nachhaltige Fassadentechnologie auf den Markt bringen zu können, müssen Betriebswirt*innen genau begreifen, was das Material zu leisten vermag. Das Staunen darüber gehört immer auch dazu.

  • Julia und MElanie stehen vor einer Regalwand mit vielen Fassadenmustern. Julia hat ebenfalls BWL/Industrie studiert und gibt ihr Wissen gerne an die Auszubildenden weiter

    Julia (links) hat selbst BWL-Industrie studiert. Ihr Weg führte nach dem Abschluss in die Ausbildungsleitung bei Sto. Hier gibt sie heute gerne ihre Erfahrungen an junge Studierende weiter und öffnet ihnen so eigene Zugänge zu Jobs mit Greening-Potenzial.

Der Lotuseffekt

heinrich-bionik-lotus-02Die Lotusblume ist eine in Asien und Amerika vorkommende Wasserpflanze mit außergewöhnlichen wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Erreicht werden diese durch eine Verbindung aus einer Nanostruktur und speziellem Wachs auf der Pflanzenoberfläche. So wird die Kontaktfläche zwischen Wasser und Oberfläche drastisch reduziert. Ein Wassertropfen hat auf der Lotusblume nur eine Auflagefläche von 0,6 Prozent – das ist Rekord im Reich der Natur. Das Wasser perlt ab und nimmt dabei noch den Schmutz und andere Stoffe mit. Mikroorganismen, Krankheitserreger oder Keime können sich hier genauso wenig ansiedeln wie Algen.
Die Oberfläche der Lotuspflanze hat eine mikro- und nanostrukturierte Noppenform. Hinzu kommt eine wasserabweisende äußere Wachsschicht. Schmutzpartikel können so leicht von Wassertropfen weggetragen werden. Die Fassadenfarbe Lotusan verfügt über den Lotuseffekt. Zum einen sorgt die Nanostruktur der Farbe für den gewünschten Effekt, zum anderen sind es die Inhaltsstoffe. Enthalten ist zum Beispiel Silikon – das mit seiner niedrigen Oberflächenenergie und seiner ausreichenden chemischen Stabilität perfekt für das Reinigungsprinzip geeignet ist.
In den über zehn Jahren seit der Markteinführung hat die bionische Farbe auf Millionen von Quadratmetern Fassaden weltweit bewiesen, dass sie tatsächlich für eine wesentlich verbesserte Sauberkeit und eine längere Haltbarkeit des Hausanstrichs sorgt. Im Vergleich zu anderen Fassadenbeschichtungen bleiben Lotusan-Oberflächen bis zu 80 Prozent länger sauber. Aus der Produktfamilie gibt es bei Sto inzwischen auch einen Fassadenputz mit vergleichbaren wasserabweisenden Eigenschaften.