„Das Glück fest im Griff“ Orthopädietechnik-Mechaniker Maximilian und eine Armprothese

„Das Glück fest im Griff.“

Opa, was hast du da?

Als kleiner Junge hatte Max immer ganz fasziniert zum Opa aufgeschaut. Der hatte im Krieg den Unterschenkel verloren und ging seither mit einer Prothese durchs Leben, so als wäre nichts gewesen. Was andere ein bisschen gruselte, fand Max einfach toll. Da kam ihm der Ausbildungsplatz zum Orthopädietechniker bei Otto Bock in Wien gerade recht.

 

Das gute Gefühl, Menschen helfen zu können.


„Es ist toll, dass ich mit verschiedenen Materialien experimentieren kann, um die perfekte Lösung zu finden.“
Ausbildung – Ab hier beginnt der Abschnitt Ausbildung

Orthopädietechnik-Mechaniker*innen sind entscheidend für die richtige Anpassung einer Prothese. Da darf nichts wackeln, zwicken oder kneifen. „Sie soll sich anfühlen, als sei sie selbstverständlicher Teil des Menschen“, sagt Max.

Wartezeit? Nicht in dieser Praxis.

Mit dem Ausbildungsbeginn geht es gleich richtig los. Die Auszubildenden übernehmen Verantwortung und arbeiten schon bald direkt mit den Patienten. Die Aufgaben reichen von der Herstellung des Hilfsmittels bis hin zur individuellen Anpassung. Gemeinsam mit Therapeuten und Ärzten geht es darum, die bestmögliche orthopädische Lösung zu finden.


 

Orthopädietechnik-Mechaniker*in

In der dreijährigen Ausbildung lernen die Auszubildenden verschiedenste orthopädietechnische Hilfsmittel kennen und stellen sie mithilfe von Maschinen und per Hand her. Im Mittelpunkt stehen Orthesen und künstliche Gliedmaßen, also Prothesen und Bandagen. Auch die Konstruktion und individuelle Anpassung von Rollstühlen kann auf dem Ausbildungsplan stehen.
• Mindestens Hauptschulabschluss
• Rasche Auffassungsgabe
• Verantwortungsbewusstsein
• Findigkeit
• Einfühlungsvermögen
• Interesse für Mechanik und Anatomie
• handwerkliches Geschick
• körperliche Gewandtheit
• technisches Interesse

Das Ausbildungsgehalt beträgt im

  • 1. Ausbildungsjahr: 440 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 500 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 550–600 Euro

Mit etwas Berufserfahrung ist ein monatlicher Bruttolohn zwischen 2.200 und 2.600 Euro keine Seltenheit. Nach einer Ausbildung zum Meister und der Übernahme von Personalverantwortung, kann das Gehalt auf bis zu 4.000 Euro monatlich steigen.

In diesem Beruf arbeitest du an einer wichtigen gesellschaftlichen Schnittstelle für die Inklusion und soziale Teilhabe von Menschen mit körperlichen Einschränkungen.


Verschmutzte Platte mit bionischem Anstrick. Schon ein Tropen Wasser entfernt allen Schmutz

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Greening – Ab hier beginnt der Abschnitt Greening

Das weiß kaum jemand

Handwerk, das Menschen hilft, ist super, findet Max: „Ich habe jeden Tag mit unterschiedlichen Materialien zu tun und kann daraus etwas Neues schaffen. Das reicht vom einfachen Gipsmodell bis zur fertigen Hand- oder Beinprothese. Zimperlich darf man aber nicht sein. Man muss bei einem Stumpf auch dort anfassen, wo es einem erst mal nicht so angenehm ist.“

 
Alles geben – alles zurückbekommen

„Wenn Menschen wieder ihren Hobbys nachgehen und mit ihren Kindern spielen können, ist das für mich das Allergrößte.“


Für Maximilian gehören Natur und Umwelt immer zusammen. „Das fängt für mich bei der Auswahl von geeignetem, möglichst umweltfreundlichen Material für die Prothesen an und geht bis hin zum bewussten Umgang mit Energie und der Vermeidung von Abfällen in der Werkstatt“, sagt Maximilian. Bei Otto Bock ist dies Teil der Unternehmenskultur. Dazu gehören unter anderem die umweltfreundliche eigene Erzeugung von Strom und Wärme. Das Ziel ist eine nahezu CO2-neutrale Energiebilanz.

Greening“ in Jobs ist immer möglich. Es nur darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Muss eigentlich das Licht auf der Toilette wirklich brennen, auch wenn keiner drin ist?

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Bionik – Ab hier beginnt der Abschnitt Bionik

Hier wird´s nie langweilig

Kein Mensch ist wie der andere. Deswegen braucht es auch immer neue, individuelle Lösungen – das ist das Gegenteil von Fließbandarbeit. Jeder Prothesenschaft ist eine Maßanfertigung. Je nach Stumpf und Narben ist die Anpassung mal schwieriger und mal einfacher.

 
Kein Mensch ist gleich. Aber für jeden gibt’s die richtige Lösung.

Ein Tipp von Max: Wenn du keine zwei linken Hände hast, ein bisschen handwerkliches Geschick und Interesse an Menschen und Materialien, ist mein Job genau richtig für dich.



Das passt!


  • Orthopädietechnik-Mechaniker Maximilian bereitet den Armstumpf auf das Anlegen einer Gipsform vor

    Vermessung für den Schaft: Maximilian bereitet den Armstumpf auf das Anlegen einer Gipsform vor. Hier sind nicht nur Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt, sondern auch Einfühlungsvermögen mit dem Anwender.

  • Bei einem Patienten markiert Maximilian mit dem Edding die Bereiche, wo später einmal die Sensoren an der Muskulatur ansetzen

    Maximilian markiert mit dem Edding die Bereiche, wo später einmal die Sensoren an der Muskulatur ansetzen. Von dort können dann die elektronischen Impulse auf die Michelangelo Hand übertragen werden.

  • Orthopädietechnik-Mechaniker Maximilian schneidet einen Gipsverband für eine Prothese zurecht

    Jetzt ist es Zeit, den Gipsverband um den vorbereiteten Stumpf zu legen. Maximilian schneidet sich dafür das Material passend zurecht, taucht es ins Wasser und wickelt es dann Schritt für Schritt um den vorbereiteten Arm. Aus dieser Form entsteht dann der Schaft.

  • Prothesenrohlinge sind die Grundlage für die Ausgestaltung der Schaftform. Das Metallrohr dient zum einspannen der Prothese

    Gips am Stiel: Die Rohlinge sind die Grundlage für die Ausgestaltung der Schaftform. Das Metallrohr dient dem Einspannen in den Schraubstock.

  • Der eingespannte Gips-Rohling einer Armprothese. Wenn er ausgehärtet ist geht es an die Feinarbeit

    Wenn die Gips-Rohlinge komplett ausgehärtet sind, macht sich Maximilian an den Feinschliff. Mit Raspel und Feile bringt er sie in die perfekte Form. Da sind ein gutes Auge und viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Oberarmprothese DynamicArm im Detail

Amputationen oberhalb des Ellenbogens sind eine besondere Herausforderung an die Orthopädietechnik. Neben der natürlichen Handfunktion muss auch noch die Funktion des Ellenbogens durch die Prothese übernommen werden. Die Forscher haben deswegen bei der Natur genau hingeschaut. Das Zusammenwirken von Nerven, Muskeln und Gelenken ist seit Jahrtausenden perfekt eingespielt. Das perfekte Vorbild für eine technische Umsetzung.
Elektroden nehmen über den Schaft der Prothese Muskelsignale auf und leiten diese an einen Elektromotor weiter. Eine Steuereinheit bewegt dann den künstlichen Ellenbogen und die Hand.
Die Anwender haben einen funktionstüchtigen künstlichen Arm, können den Ellenbogen strecken und beugen, das Handgelenk drehen und die Hand öffnen und schließen. Fast so gut wie ihr natürliches Vorbild.