„Wunderwerke erschaffen? Gibt's jetzt auch als Beruf“ das Gesicht von Patrick und die Illustration einer Kickboxerin mit Prothese

„Wunderwerke erschaffen? Gibt’s jetzt als Beruf.“

Ich gebe nicht auf. Sondern lieber zurück.

Der Mensch ist ein Wunderwerk der Natur. Wie genial er „konstruiert“ ist, merkt man oft erst, wenn etwas fehlt oder nicht mehr funktioniert. Das musste Patrick erleben. 2008 verlor der Elektrotechniker bei einem Starkstromunfall den linken Unterarm. „Ich fiel in ein tiefes Loch“, erinnert er sich. Eine nach dem Vorbild der menschlichen Hand geformte, elektronisch gesteuerte Unterarmprothese brachte ihm sein Lebensglück zurück. Das teilt er in seinem Job heute auch mit anderen.

 

Orthopädietechnik ist greifbare Zukunft


„Wenn Leute hier wieder mit zwei funktionstüchtigen Händen oder Beinen hinausgehen, ist das für mich der schönste Moment.“
Ausbildung – Ab hier beginnt der Abschnitt Ausbildung

Produkttrainer*innen in der Orthopädietechnik helfen Orthopädietechniker*innen und Anwender*innen bei der Anpassung von Prothesen und beim Erlernen verschiedenster Bewegungsmuster. „Weil ich selbst Anwender bin, kann ich mich genau in die Betroffenen hineinversetzen“, sagt Patrick. Als Produkttrainer*in lernst du in einer dreijährigen Ausbildung Grundlagen der Orthopädietechnik und alles, was du über die physikalischen, mechanischen und elektrotechnischen Hintergründe für die Anpassung von Prothesen und den Umgang mit ihnen wissen musst.


 

Grosse Kunst: die Michelangelo Hand


  • Patrick zeigt einer Kollegin am Laptop welche Anforderungen eine Prothese erfüllen muss

    Ersetzt 27 Knochen, 39 Muskeln und 36 Gelenke: Patrick erlebt Hand-Hightech von Anfang an. Forschung und Entwicklung in der Prothetik gehören genauso dazu wie ihre Umsetzung im Alltag.

  • Eine fast vollständige Handprothese mit Fingern, die greifen können wie eine echte HAnd

    Mit der Natur im Bunde: Beim Orthopädietechnikspezialisten Otto Bock liefert die Bionik die Blaupause für eine (fast vollständig) natürliche Hand und alltagstaugliche Handbewegungen.

  • Patrick zeigt einer Orthopädietechnikerin, was alles in Michelangelos Hand steckt

    Patrick zeigt einer Orthopädietechnikerin, was alles in der Michelangelo Hand steckt. Weil er selbst ein Anwender ist, kann er der jungen Frau sehr genau sagen, was deren Kunden von einer Prothese erwarten.

  • Orthopädietechniker Patrick an seinem Arbeitsplatz mit vielen Teilen von Prothesen

    Am Laptop werden die elektrischen Impulse sichtbar, die von der Muskulatur auf die Prothese übertragen werden. Bewegungsmuster können so sehr fein trainiert werden. Patrick meint: „Die Prothese funktioniert dann fast wie eine richtige Hand.“

  • Patrick im GEspräch mit einer Mitarbeiterin. Es geht natürlich um Orthopädietechnik

    „Im Wettkampf darf ich die Prothese nicht tragen“, sagt Patrick. Da wäre die Verletzungsgefahr zu groß. „Beim Präparieren des Boards, beim Wachsen und Abziehen der Kanten ist sie für mich aber eine unerlässliche Hilfe.“


Der Griff nach Gold

„Ich bin vor meinem Unfall schon immer gerne Snowboard gefahren. Danach habe ich aber erst richtig Gas gegeben“, sagt Patrick. Heute startet er für den Österreichischen Skiverband im Snowboardcross und im Banked Slalom. 2015 wurde er Weltmeister und Österreichs Behindertensportler des Jahres. Sein großes Ziel sind die Paralympics 2018 in Pyeongchang, Südkorea.


Produkttainer*in

Ausbildung zum*r Orthopädietechniker*in und eine weitere höhere Qualifikation: entweder Meister oder ein Studium. Idealerweise ist die Weiterbildung als Produkttrainer*in eine Zusatzqualifikation im Anschluss an ein Studium der technischen Orthopädie bzw. FH-Maschinenbau, Medizintechnik, Rehabilitationstechnik oder Ähnliches.
Als Produkttrainer*in bist du Schnittstelle und kompetente*r Ansprechpartner*in für Kund*innen und Produktanwender*innen. Du arbeitest interdisziplinär mit dem Produktmanagement, der Entwicklungsabteilung und Serviceabteilung zusammen und unterstützt die Neuprodukteinführung und Messeauftritte.
• Sehr gute mündliche und schriftliche Englischkenntnisse
• gute MS-Office-Kenntnisse
• Führerschein
• Medizinische Kenntnisse mit den Schwerpunkten: Bewegungsapparat, Physiologie, funktionelle Anatomie, Pathologie
• Orthopädietechnische Kenntnisse über den gesamten Versorgungsprozess
• Wissen über aktuelle Techniken und Verfahren in der Orthopädietechnik
• Weiterbildung in Moderation und Präsentation von und vor Gruppen
• Weiterbildung „Train the Trainer“

Es gibt sehr gute Verdienstmöglichkeiten, die u. a. auch von den mitgebrachten Eingangsqualifikationen abhängig sind.
In diesem Beruf arbeitest du an einer wichtigen gesellschaftlichen Schnittstelle für die Inklusion und soziale Teilhabe von Menschen mit körperlichen Einschränkungen.


Verschmutzte Platte mit bionischem Anstrick. Schon ein Tropen  Wasser entfernt allen Schmutz

Das findest du schon spannend? Dann check doch mal ab, was Heinrich mit dem Nebeltrinker-Käfer zu tun hat oder warum Nadine von Kängurus fasziniert ist.

Mehr Azubis mit grünen Jobs
Greening – Ab hier beginnt der Abschnitt Greening

Brücken bauen in eine bessere Zukunft

Prothesen öffnen Wege in ein Leben ohne oder mit viel weniger Einschränkungen. Das gefällt Patrick an seinem Job besonders: „Die Bandbreite ist faszinierend: Es entsteht eine Idee und am Ende geht jemand wieder mit zwei funktionsfähigen Händen hinaus. Ich weiß, was das bedeutet. Für mich gibt es keinen schöneren Moment.“


Am Anfang ist’s schwer. Aber dann …



Ein besseres Leben, eine bessere Zukunft: Du willst es doch auch. Gut, dass es grüne Jobs gibt!

Hier bist du #ImGrünenBereich
Bionik – Ab hier beginnt der Abschnitt Bionik

Wissen, was geht

Wenn eine neue Hand- oder Armprothese gebaut wird, kommt Patrick ins Spiel. „Weil ich Trainer und Anwender bin, weiß ich genau, worauf es ankommt. Ich begleite das Produkt über den gesamten Entwicklungszyklus bis hin zur Markteinführung und darüber hinaus.“

 
Ich helfe Menschen, in ein neues, gutes Leben zu starten.

„Michelangelo ist mein Freund. Denn durch die richtige Prothesenversorgung hat mein neues Leben begonnen. Ich trage die Prothese jetzt seit fünf Jahren. Ich ziehe sie morgens so selbstverständlich an wie meine Schuhe.“

DIE MICHELANGELO HAND im Detail

Die menschliche Hand und der Unterarm liefern das Vorbild für diese Hightech-Prothese von Otto Bock. Sie soll möglichst viele Greif- und Haltefunktionen übernehmen und sich vom Design harmonisch dem natürlichen Körperbild anpassen.
Elektroden nehmen an der verbliebenen Muskulatur am Stumpf elektrische Impulse auf und bewegen darüber das mechanische Handgelenk. Es kann gebeugt und gestreckt sowie nach außen und innen gedreht werden. In einem neu entwickelten flexiblen Modus ahmt es sogar das Bewegungsverhalten eines entspannten natürlichen Handgelenks nach.
Die Michelangelo Hand gibt mit ihren verschiedenen Möglichkeiten zu greifen den Anwendern zahlreiche Funktionen der natürlichen Hand zurück. Sie ermöglicht es, sieben unterschiedliche Handpositionen zu nutzen und so handwerkliche oder alltägliche Aufgaben zu bewältigen, bei denen Präzision und Kraft gefragt sind.
 
Schemadarstellung der Bewegungsmöglichkeiten einer Handprothese in schwarz-weiss

Griffkinematik

Die Kraft, die notwendig ist, schwere oder leichte Gegenstände zu halten, lässt sich eigenständig dosieren und steuern.

Hauptantrieb

Im Handrücken befindet sich der Hauptantrieb. Aktiv angesteuerte Elemente sind Daumen-, Zeige- und Mittelfinger. Ringfinger und kleiner Finger bewegen sich passiv mit.

Ablösemechanismus

Die Hand lässt sich ganz einfach per Knopfdruck vom Schaft lösen.

Handgelenk

Das flexible Handgelenk lässt sich beugen und strecken sowie passiv nach innen und außen drehen.

Griffmöglichkeiten

Die Michelangelo Hand schafft sieben unterschiedliche Greifmöglichkeiten. Die Griffkraft liegt zwischen sechs und sieben Kilogramm.

Daumen

Der Daumen bewegt sich seitlich zum Zeigefinger. Damit lassen sich kleine und große Gegenstände greifen und halten.

Finger

Beim Pinzettengriff bildet der Daumen mit Mittel- und Zeigefinger eine Dreipunktauflage.